Die wahre Geschichte der
Schwungradschneidemaschine

 Über die Geschichte der Schwungradschneidemaschine existieren gegensätzliche Versionen und mehrere falsche Aussagen. Einige beschreiben als Erfinder einen holländischen Tischler, andere einen Metzger oder einen Schmied.

 

Henricus Burgers geboren am 1. Januar 1843

Nachdem wir eine große Menge an Dokumenten mit Patenten, Fotos und Projektbeschreibungen gesammelt haben, haben wir beschlossen, die glaubwürdigste Geschichte über den Erfinder der Schwungradschneidemaschine zu veröffentlichen. Sie unterscheidet sich von der, die bisher bekannt war,

Henricus Burgers

Henricus Burgers war ein Niederländer, der mechanisch und kreativ sehr erfolgreich war. Sobald er die Gelegenheit dazu hatte, verwirklichte er seinen Wunsch, die erste niederländische Fahrradfabrik in Deventer zu eröffnen und baute 1868 sein erstes Fahrrad. Gleichzeitig entwickelte er Ideen zum Bau innovativer mechanischer Geräte. Er begann mit dem Bau einer Serie von Nähmaschinen und schuf nach einigen Versuchen seine erste manuelle Maschine zum Schneiden von Fleisch.

Die Drehbewegung

Es wurde mit verschiedenen mechanischen Teilen, die bei anderen Projekten verwendet wurden, eine Maschine konstruiert, bei der eine Drehbewegung einer flachen Klinge gleichzeitig die halbkreisförmige Bewegung des Wagens, der das zu schneidende Fleisch transportierte, ermöglichte.
Die Drehbewegung wurde durch ein – manuell bewegtes – großes Rad, das sogenannte Schwungrad, erzeugt. Die vollständig sichtbare Kette, die das Kegelradgetriebe mit der Klinge verbindet, hatte seinen Ursprung in der Fahrradproduktion.
Diese erste Schwungradschneidemaschine war, trotz ihres Gewichtes und ihrer Größe, im Gegensatz zu den vorherigen Spiralschneidemaschinen sehr praktisch. Vor allem aber war sie sehr präzise und hatte ein faszinierendes Design.

Henricus Burgers

Einige Jahre, nachdem Henricus Burgers seine erste Schwungradschneidemaschine gebaut hatte, kam ein anderer Niederländer, Wilhelm Adrianus Van Berkel, ins Spiel, der als Metzger diese Schneidemaschinen kennengelernt hatte. Er interessierte sich leidenschaftlich für Mechanik, vor allem aber kannte er hochrangige Persönlichkeiten mit großen finanziellen Möglichkeiten, die an seine Ideen glaubten.
Er begann seine eigene Produktion von Schwungradschneidemaschinen und ließ 1898 seine erste Schneidemaschine unter dem Markennamen BERKEL in Deutschland patentieren.
1903 verstarb Henricus Burgers und die Unternehmensniederlassung für den Bau von Schneidemaschinen wurde an die belgische Firma Van Drogenbroek Usines Fréres verkauft. Es handelte sich um eine Gießerei mit angeschlossener mechanischer Werkstatt in Brüssel, in der die Brüder Van Drogenbroek den Bau der Schneidemaschinen bis zum folgenden Produktionsdurchgang bei National fortsetzten.
Logischerweise konnte die Arbeit an den Schwungradschneidemaschinen nur von Henricus Burgers durchgeführt werden.
Das Patentieren ihrer eigenen Ideen war definitiv ein Wendepunkt in ihrer Lebensgeschichte.

Die erste Schwungradschneidemaschine
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So wurde die erste Schwungradschneidemaschine gebaut. Henricus Burgers, der seine Arbeit hauptsächlich in der Herstellung von Fahrrädern und Nähmaschinen sah, verbrachte wenig Zeit mit dem Schneidemaschinenprojekt und hat seine Ideen erst sehr spät patentieren  lassen, da er keinen großen Erfolg davon erwartete.

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